Samstag, 8. Oktober 2016

[Life-Update] Die ersten Tage in Bristol

Seit Freitag, den 30.9.2016, bin ich jetzt in Bristol und während ich beginne diesen Post hier zu schreiben, ist es der 5.10.2016 und ich sitze gerade in der Bibliothek von der Universität (UWE). Ich bin noch nicht lange hier in Bristol, aber ich dachte mir, dass ich mal ein kleines Update schreiben kann. Ich hoffe, dass ich hier in der Bibliothek nicht anfangen werde zu heulen, denn ich leide enorm unter Heimweh und meine Mama hat mir gerade erst vor ein paar Minuten geschrieben und ich wollte am liebsten losheulen.

Die Anreise am Freitag verlief zum Glück ereignislos und mein Flug von Hamburg nach Amsterdam verlief ohne Probleme, genauso wie mein Anschlussflug von Amsterdam nach Bristol. Aber HOLY SHIT! Der Flughafen von Amsterdam ist riesig! Ich habe, glaube ich, 20 Minuten gebraucht um von dem Gate, an dem ich gelandet bin, zum dem Gate zu kommen, von dem mein Anschlussflug starten sollte. In Bristol angekommen stand ich dann erstmal da und meine Gastmutter war nicht vor Ort. Zum Glück gab es am Flughafen freies WLAN (zwar nur für eine Stunde, aber das ist besser als gar nichts) und auf Skype habe ich dann gesehen, dass meine Gastmutter mir geschrieben hat um mir mitzuteilen, dass sie und ihr Sohn im Stau stehen, aber unterwegs sind. Eine Stunde später war es dann soweit und sie ist endlich angekommen. Empfangen wurde ich von ihr gleich mit einer Umarmung und im Auto habe ich auch ihren Sohn kennengelernt, aber der war Anfangs natürlich noch etwas schüchtern. Als wir dann in meinem neuem Zuhause auf Zeit ankamen, gab es dann den ersten Schock. Meine Gastfamilie hat kein WLAN. Zum Glück hatte ich meinen Eltern schon am Flughafen geschrieben, dass ich gut ankam. Aber ich hätte es auch über das Handy meiner Gastmutter machen können. Freitag war es schon recht spät und außer dem Abendessen und dem Auspacken habe ich dann auch nichts mehr gemacht.
Der Samstag ging dann schon gut los. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es mit meiner Gastmutter und ihrem Sohn auf einen Ausflug nach Exeter. Wir waren mit einer internationalen Gruppe unterwegs und sind ein wenig an der Küste lang marschiert und durch die Felder gewandert. Wir haben nicht die ganze Wanderung mitgemacht, da es doch für den Kleinen recht anstrengend war, denn die Fahrten haben jeweils 1,5 Stunden gedauert und dann noch ein 3 stündiger Fußmarsch den wir mitgemacht haben. Das kann für einen 5-Jährigen doch sehr anstrengend sein.
Hier habe ich zwei Bilder für euch, die ich gemacht habe.
Die Landschaft an einer Stelle des Weges, den wir lang sind
Die Küste von Exeter
Den Samstagabend haben wir dann nicht mehr viel gemacht. Ich war kurz zu der kleinen Einkaufsmeile gegangen, die es hier in der Nähe des Dorfes gibt. Aber was heißt hier kurz...ich war fast 2 Stunden unterwegs, weil ich mich etwas verlaufen habe, aber ich habe doch noch hingefunden und auch zurück. Am Abend habe ich dann mit meiner Gastmutter meine Sim-Karte aufgeladen und es gibt bei dem Anbieter solche 'Goodybags' gibt und ich habe mir erstmal die für 20 Pounds geholt, weil ich dort immer Datenvolumen habe. Zwar die ersten 6GB mit schnellem Internet und danach tagsüber von 7-24 Uhr mit langsameren Internet, aber ich kann es immer noch benutzen. Nachts habe ich dann wieder schnelles. Ohne WLAN in der Wohnung war das für mich einfach nötig und 20 Pounds finde ich in Ordnung. Meine Gastmutter war dann Samstagnacht auf einem Geburtstag und ich war das erste Mal mit ihrem Sohn alleine, aber es gab absolut keine Probleme. Er ist auch ohne Probleme ins Bett gegangen.
Am Sonntag ging es dann für uns alle 3 in die Stadt, weil meine Gastmutter mir und ihrem Sohn ein Monatsticket für den Bus kaufen wollte, damit ich mich frei in Bristol bewegen kann und auch ihren Sohn zur Schule bringen kann und abholen kann. Dort ist dann ein Freund von ihr zu uns gestoßen und der ist mit mir dann erstmal in einen Shop gegangen, um einen Fotoautomaten zu finden, weil ich für mein Busticket ein Bild brauchte. Er hat mir währenddessen viel über die Stadt erzählt. Danach waren wir alle gemeinsam wieder Zuhause und haben gemeinsam zu Mittag gegessen und danach sind wie 4 zur berühmten 'Suspension Bridge" hier in Bristol gefahren. 


Der Freund meiner Gastmutter hat uns dann noch auf einen Spielplatz geführt, damit der Kleine etwas toben konnte und uns auch ein wenig mehr gezeigt. Wir waren ebenfalls auch am College in Clifton und das sieht so cool aus! Leider habe ich da keine Bilder gemacht, aber googelt es mal. Ich bin echt neidisch, denn in solchen Gebäuden würde ich auch gerne leben. Im Anschluss sind wir wieder nach Hause gefahren, was eine Weil gedauert hat, denn eine Straße, die wir hätten nehmen müssen, war gesperrt und bis wir einen anderen Weg gefunden haben hat es doch recht lange gedauert. Aber wir haben es ja geschafft :)
Am Montag ging dann der Alltag richtig los und es ging das erste Mal los den Kleinen zur Schule zu bringen. Seine Mutter hat uns gefahren und mir auch gleich gezeigt, wo die Bushaltestellen sind, die für den Weg relevant sind und von 9.00-15.30 Uhr habe ich immer Freizeit, allerdings verbringe ich von dieser jeweils 40 Minuten im Bus. Unter der Woche werde ich wohl die meiste Zeit in der Bibliothek verbringen, weil es hier WLAN gibt und ich nicht alleine die Stadt erkunden möchte. Um 15.30 Uhr hole ich dann den kleinen ab und dann geht es nach Hause. Zuhause gibt es dann einen Snack für ihn und wir machen gemeinsam Hausaufgaben. Danach spielen wir, bis seine Mutter nach Hause kommt. Wobei spielen zu viel gesagt ist. Er schaut eher die ganze Zeit Filme (Kung Fu Panda. Also ich kann den Film jetzt schon nicht mehr leiden) und tobt nebenbei herum. Zwischen 19 und 20 Uhr ist seine Mama dann auch zu Hause und wir haben unser gemeinsames Abendessen. Zu Bett geht der Kleine meistens zwischen 21 und 22 Uhr, die Tendenz ist aber eher zu 22 Uhr. Am Dienstag kamen wir erstmal zu spät in der Schule an (ausgerechnet wo ich ihn das erste Mal alleine hinbringe), weil der Bus zu spät kam und wir auch noch im Verkehr feststeckten. Ab jetzt nehmen wir also immer einen Bus vorher, der eine halbe Stunde früher fährt. Das bedeutet für den Kleinen aber auch, dass er im Bus frühstücken muss.
Gestern Abend (ich schreibe den Post am 6.10.16 weiter) waren wir bei Freunden meiner Gastmutter zum Abendessen eingeladen und ich saß die ganze Zeit da und habe kaum ein Wort verstanden, weil es alle Spanier waren. Ich empfand es als ganz gute Übung, da mein Spanisch doch gut eingerostet ist und natürlich hat meine Gastmutter mir auch einiges übersetzt. Am Samstag (8.10.16) werde ich mich das erste Mal mit einer anderen AuPair treffen, die mit ihren Gasteltern zu Primark geht und sie hat mich gefragt, ob ich auch mit möchte. Da sag ich natürlich nicht Nein und ich freue mich schon enorm darauf.

Während meiner kurzen Zeit hier sind mir schon einige Dinge aufgefallen, die absolut gewöhnungsbedürftig sind und das ist nicht der Linksverkehr. Die Geschäfte hier haben selbst am Sonntag geöffnet (nicht alle, aber die meisten). Mein Sonntag war sonst immer der Tag zum Faulenzen, aber das wird sich hier wohl ändern. Außerdem muss man immer den Arm ausstrecken, wenn der Bus kommt, den man nehmen will, ansonsten fährt er an einem vorbei. Das kenne ich so auch nicht. Ich kenne es sonst nur so, dass der Bus IMMER anhält, wenn eine Person an der Bushaltestelle steht. 
Auch was das Thema Erziehung angeht, ist mir einiges aufgefallen, was ich anders machen würde, wenn ich irgendwann Kinder habe. Zum einen würde ich mein Kind nicht so spät ins Bett schicken und es würde eine bestimmte Zeit geben. Desweiteren würde ich es nicht erlauben, dass beim Essen oder bei den Hausaufgaben TV geschaut wird. Dadurch sind beide Prozesse einfach nur mühsam, weil der Kleine ständig zum TV starrt. Damit er isst oder Hausaufgaben ordentlich macht, muss man ihm damit drohen, dass man den TV ausmacht und selbst dann arbeitet oder isst er für ganze 2 Minuten und starrt dann wieder. Über die Zeit hier kann es sein, dass ich ab und zu mal etwas zu meiner kleinen Liste hinzufüge, denn ich bin mir sicher, dass ich ein paar Dinge vergessen habe. 
Der Post ist jetzt aber lang genug und ich bin gespannt, wann euch das nächste Update erwartet und was ich bis dahin zu sagen habe.




Kommentare:

  1. Hi Isabell :)

    Die ersten Tage in Bristol klingen wirklich interessant. Ich verstehe allerdings auch einige Punkte der Erziehung nicht. Ich durfte nie TV schauen bei den Hausaufgaben. Radio war das höchste der Gefühle ^^ Es lenkt aber auch viel zu sehr ab...

    Wenn du von ca. 10:00 Uhr - 15:30 Uhr in der Bib sitzt, was machst du da dann die ganze Zeit? Liest du?

    Liebste Grüße
    Ellen
    hundertewoerter.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich verstehe die Erziehung von meiner Gastfamilie auch nicht, aber reinreden werde ich ihr auch nicht. Beim Essen oder den Hausaufgaben gab es auch keinen TV für mich und ich durfte auch nicht so viel schauen wie er.
      Wenn ich in der Bibliothek bin, dann mache ich immer ein wenig was für den Blog und schaue meine Serien, da ich dort ja WLAN habe und die Serien nie schlecht in der Wohnung meiner Gastfamilie schauen kann.

      Löschen
  2. Hey ho,
    super, dass du erst einmal gut aufgenommen wurdest und du auch eine Möglichkeit gefunden hast, um einigermaßen gut an Internet zu kommen :-).
    Sind denn als AuPair deine Aufgaben klar abgedeckt? Also darfst du z.B. auch etwas "erzieherisch" ausprobieren? Oder willst du dich da lieber heraushalten? Ich hoffe, dass du während deiner Zeit einen guten Mittelweg findest und nicht das Gefühl hast, dass deine Arbeit "umsonst" ist. Hat der Kleine dann bisher wechselnde AuPairs gehabt? Vielleicht ist seine Unruhe am Anfang auch so eine Art "Testphase".

    Ich freue mich auf weitere Updates.
    viele Grüße
    Emma

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Aufgaven sind klar eingedeckt, aber aus der Erziehung werde ich mich trotzdem raushalten. Wenn ich mit ihm alleine bin, dann werde ich ihm schon seine Grenzen bei mir zeigen, aber wenn seine Mama da ist, habe ich immer frei. Ich denke, dass so ein Mittelweg gefunden ist.
      Ich bin die dritte AuPair und ich kann mir ganz gut vorstellen, dass es eine Art "Testphase" ist

      Löschen
  3. Hallo Isabell,

    ich bin eben erst auf deinen ersten Post zu Bristol aufmerksam geworden. Irgendwie hatte ich den bisher übersehen.

    Ich finde das ganze wirlich enorm spannend! Ich bin schon ein paar Jährchen älter als du, aber ich würde mich nicht für so eine doch recht lange Zeit allein ins Ausland trauen^^ Ich freue mich, dass du eine tolle Familie erwischt hast, auch wenn ich die Erziehungsmethoden doch etwas seltsam finde. Als ich 5 Jahre alt war, musste ich immer um 7 ins Bett und das blieb auch eine ganze Weile so. Fernsehen durfte ich auch nur selten, einen PC hatten wir auch erst total spät. Und für alles gab es feste Zeiten. Ich möchte auf jeden Fall, dass meine Kinder später vor allem Spaß an anderen Dingen als an TV, Konsolen und PC haben...vor allem in dem Alter.

    Liebe Grüße,
    Corina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Für mich war das auch eine ganz schöne Überwindung, die ich bisher aber keineswegs bereue :D
      Für mich gab es in dem Alter auch immer eine feste Zeit ins Bett zu gehen. Aber wir arbeiten zum Glück daran, dass der Kleine immer früher ins Bett kommt, was aber manchmal etwas schwer ist, weil meine Gastmutter immer recht spät zu Hause ist.

      Löschen
  4. Bin über Ankas "Lesend & blubbernd durch die Weihnachtszeit" hier und hach. Das klingt total spannend! Ich find sowas immer richtig toll und lese gerne Berichte über Au Pair-Zeiten :) Ich hab mich irgendwie nie getraut, sowas mal zu machen, obwohl ich es wirklich super finde.

    lg Caro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hätte es ohne den Ansporn meiner Mama wohl auch nie gemacht. Ich wollte es zwar immer, aber erst durch meine Mama habe ich den Antrieb bekommen. Ohne sie hätte ich zu sehr Angst davor gehabt. Aber ich kann wirklich sagen, dass ich es nicht bereue

      Löschen