4 Eulen

[Rezension] Sarina Bowen - The Ivy Years: Was wir verbergen

17:56

Was wir verbergen | Sarina Bowen | Band 2 | LYX Verlag | 316 Seiten | Paperback | 12,90 €

Inhalt

Direkt bei ihrer ersten Begegnung am Harkness College spüren Scarlet Crowley und Bridger McCaulley die starke Anziehung, die zwischen ihnen herrscht. Jeder Blick, jede flüchtige Berührung lässt ihre Herzen höher schlagen - und es fällt ihnen immer schwerer, einander zu widerstehen. Dabei haben Scarlet und Bridger gute Gründe, sich dem anderen nicht vollkommen zu öffnen. Denn sie verbergen beide ein Geheimnis, das nicht nur ihr bisheriges Leben am College, sondern vor allem auch ihre gemeinsame Zukunft zerstören könnte.

Zitate

"Ich hatte im vergangenen Jahr etwas über schlechte Nachrichten gelernt. Sie kamen nicht plötzlich wie schlechte Nachrichten im Film. Es begann nicht mit einem Anruf um Mitternacht oder damit, dass es zur Essenszeit an die Tür klopfte. Im richtigen Leben trafen einen schlechte Nachrichten der üblen Sorte wie in Zeitlupe." (S. 19)

"Im Laufe des Gesprächs ging mir auf, dass man mich brauchte, um ein Familiennarrativ zu konstruieren, das besagte: Alles im grünen Bereich. Meine Antworten malten ein absolut farbloses Porträt dieses Mannes, der mein Vater war." (S. 183)

Meine Meinung

Bevor ich mit meiner eigenen Meinung beginne, möchte ich mich herzlichst beim LYX-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanken.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich den ersten Teil dieser Reihe von Sarina Bowen gelesen, der mich von sich überzeugen konnte. Auch wenn ich zuvor schon wusste, dass der zweite Teil zwei neue Protagonisten hat, hatte ich dennoch hohe Erwartungen und ich wurde nicht enttäuscht. 

Gleich zu Beginn lernen wir die Protagonistin Scarlet kennen und wir bekommen einen Einblick in ihre Situation und was sie in den Monaten zuvor hat durchmachen müssen. Man hat direkt gemerkt, dass das nicht ohne war, denn weswegen sonst sollte eine Jugendliche quasi zum College flüchten und dort untertauchen. Auch unseren zweiten Protagonisten, Bridger, hat man schnell kennengelernt. Ihn hat man schon im ersten Band kennenlernen dürfen, allerdings noch von einer komplett anderen Seite. Diesmal erleben wir ihn von einer viel ernsteren Seite, denn auch seine Situation hat sich komplett verändert. Dem Leser wird von Anfang an gezeigt, dass sich diese Geschichte mit ernsteren Themen beschäftigt. 

Nach dem Start in die Handlung, der mir recht leicht gefallen ist, war ich schon gespannt, wie es weitergeht und das war tatsächlich ganz rasant. Kaum lernen sich die Protagonisten kennen, sind sie auch schon in einer Beziehung. Mir persönlich ging das leider viel zu schnell. Die Chemie war zwar zwischen beiden Protagonisten da, aber es gab keine große Entwicklung. Sie fanden sich auf Anhieb toll und (gefühlt) Momente später sind sie sich in die Arme gefallen. Im späteren Verlauf gab es einen weiteren Moment, den ich mir ausführlicher gewünscht hätte, denn so wurde der Konflikt recht schnell übergangen. Wären diese beiden Fälle nicht gewesen, hätte ich an der gesamten Beziehung wohl nichts auszusetzen, obwohl sich die beiden eine ganze Weile anlügen. Das hab ich aber nicht als Problem empfunden, sondern als recht realistisch und ich konnte die Beweggründe von Scarlet und Bridger verstehen, warum sie nicht komplett ehrlich miteinander umgegangen sind. 

An sich war die Handlung nichts wirklich Neues, aber ich muss sagen, dass ich von den Problemen, denen sich die beiden stellen müssen, zuvor noch nichts gelesen habe. Das war dann doch ziemlich erfrischend. Der Handlungsverlauf war auch nicht allzu überraschend, wobei es dennoch einige Momente gegeben hat, die einen überraschen und sogar schocken, denn manche Charaktere waren richtige Ekelpakete. 

Die Charaktere haben mir allesamt ganz gut gefallen und ich fand sie größtenteils gut ausgearbeitet, aber es gibt auch ein paar flachere Charaktere, aber da sie keine große Rolle im Buch eingenommen haben, hat es mich nicht gestört. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Nebencharaktere zum Teil in den nächsten Büchern an Tiefe gewinnen. Wohl am meisten gefreut hat es mich, dass Hartley und Callahan auch ein paar kleine Auftritte hatten, wobei es hier auch ein paar mehr hätten sein können. Besonders wenn man bedenkt, dass Bridger und Hartley beste Freunde sind. 


Fazit

Mit diesem Buch hat Sarina Bowen eine solide Fortsetzung geschrieben, die locker mit dem Ersten mithalten kann. Mit Bridger und Scarlet hat sie tolle Charaktere geschaffen und sie traut sich auch an ernstere Themen ran. Auch wenn sich das Buch vom Handlungsverlauf nicht unbedingt von anderen New Adult Bücher unterscheidet, hat man dennoch sehr viel Spaß beim Lesen und man schließt die Charaktere ins Herz. 


4 Eulen

[Rezension] Nic Stone - Dear Martin

17:49

Dear Martin | Nic Stone | Rowohlt Verlag | 256 Seiten | Hardcover | 17,99 €

Inhalt

Justyce McAllister ist einer der Besten seiner Klasse, Captain des Debattierclubs und Anwärter auf einen Studienplatz in Yale – doch all das interessiert den Polizisten, der Justyce die Handschellen umlegt, nur wenig. Der Grund für seine Verhaftung: Justyce ist schwarz. Und er lebt in den USA im Jahr 2017.
Mit Briefen an sein großes Vorbild Martin Luther King Jr. versucht Justyce, dem alltäglichen Rassismus etwas entgegenzusetzen. Und dann ist da noch Sarah-Jane, seine kluge, schöne ― und weiße – Debattierpartnerin. Als jedoch sein bester Freund Manny erschossen wird, scheint es, als ob selbst Martin Luther King Jr. keine Antwort mehr für Justyce bereithält.

Zitate

"Es ist, als würde ich einen Berg besteigen wollen, und von oben tritt immer einer, damit ich nicht mit ihm auf gleiche Höhe komme, und von unten zerrt einer an meinem Bein, damit ich nicht vom Boden wegkomme, den er nicht verlassen will." (S. 88)

"Das, was andere Leute denken und tun, kannst du nicht beeinflussen, aber du hast volle Kontrolle über das, was du selbst bist. Letzten Ende läuft alles nur auf eine Frage hinaus: Auch, wenn die Welt sich nie ändern wird, was für ein Mensch willst du sein?" (S. 189)

Meine Meinung

Bevor ich mit meiner eigenen Meinung beginne, möchte ich mich herzlichst beim Rowohlt-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanken.


Dear Martin ist schon seit einer ganzen Weile auf meiner Wunschliste gewesen und ich habe nur gutes über das Buch gehört, weswegen meine Erwartungen ganz schön angestiegen sind. Gerade, weil das Buch ein extrem wichtiges Thema behandelt. Aber da es ein Own Voices Buch ist, habe ich mir wenig Sorgen gemacht, dass es meinen Erwartungen nicht gerecht wird. 

Der Einstieg in die Handlung viel mir sehr einfach und man wird als Leser eiskalt in die Handlung geworfen und bekommt ein Bild davon, wie es in den USA zugeht. Wir lernen Justyce kennen und erleben, wie er von der Polizei verhaftet wird, obwohl er nur seiner Freundin helfen wollte. Als weiße Person kann man gar nicht komplett verstehen oder nachvollziehen, mit welchen Ängsten BPoC leben, aber schon der Anfang des Buches hat es geschafft, dass man einen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt bekommt. 
Was ich toll fand, ist, dass sich das Buch nicht nur komplett um Justiyces Verhaftung dreht, sondern um weitere Probleme. Da Justyce auf eine Schule geht, auf der fast nur Weiße sind, muss er auch mit dem alltäglichen Rassismus kämpfen, den viele vielleicht gar nicht als Rassismus wahrnehmen. Besonders in Diskussionen kommt dieser Rassismus hervor und einige der Charaktere haben mich so wütend gemacht, weil sie so einen Stuss von sich gegeben haben, aber für das Buch war genau das nötig und hat es so realistisch gemacht. Außerdem helfen die Diskussionen in dem Buch auch gut dabei, dass man selber anfängt, über seine eigenen Handlungen/Ansichten zu reflektieren und gegebenenfalls zu überdenken. 

Die Briefe an Martin Luther King Jr. ziehen sich durch das ganze Buch und durch die Briefe kriegt man einen weiteren Einblick in Justyce Kopf. Gerade in Justyce Leben ist dies sein Ventil, um seine Gefühle rauszulassen und sein Versuch, die Welt und den Rassismus besser zu verstehen und mit diesem umzugehen.

Leider gab es auch eine Sache, die ich nicht ganz so toll fand und das war der Schreibstil. Er lies sich sehr leicht lesen, aber ich mochte die Art und Weise, wie die Dialoge geschrieben worden sind, nicht. Es war zum Teil so geschrieben, wie man es aus Theaterstücken kennt. Bei den Diskussionen hat es zwar Sinn ergeben und hat diese auch sehr flüssig zu lesen gemacht, aber gleichzeitig hat es den Leser auch aus der Gedankenwelt des Protagonisten ausgeschlossen und man konnte in keinster Weise verstehen, wie Justyce sich in diesen Momenten gefühlt hat. Zwischendrin im Laufe der Handlung wurde dieser Stil der Dialoge ebenfalls angewendet, aber das hat meiner Meinung gar nicht gepasst, besonders wenn im nächsten Moment wieder zur gängigen Art und Weise gesprungen worden ist. 


Fazit

Dear Martin kriegt eine klare Leseempfehlung von mir. Das Buch behandelt wichtige Themen, die bis heute noch relevant sind und (leider) auch noch eine Weile lang relevant sein werden. Das Buch ist unterhaltsam, gleichzeitig aber auch schockierend und lässt einen permanent über das Gelesene nachdenken und sein eigenes Verhalten reflektieren. Das Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.



Monatsrückblick

[Monatsrückblick] Juni 2018

12:54

Ehrlich gesagt bin ich froh, dass der Juni endlich um ist und für mich hätte er nicht schneller vorbei sein können. 
Ganz zu Anfang des Monats war noch alles gut, denn ich habe endlich das Musical Hamilton in London sehen können und meine Mama und ich haben ein paar schöne Tage in London verbracht. Unfreiwillig haben wir dann eine Nacht extra in einem Hotel am Flughafen verbracht, weil der Hamburger Flughafen aufgrund eines Kabelbrands komplett lahmgelegt worden ist. 
Leider gab es dann wohl die beschissenste Nachricht, nachdem meine Mama und ich wieder zu Hause waren, denn sie wurde erneut mit Brustkrebs diagnostiziert und mich selber hat diese Nachricht sehr mitgenommen. Inzwischen habe ich mit dem Gedanken angefreundet und so neu ist das Ganze auch nicht, den vor 9 Jahren sind wir schon mal durch alles gegangen. 
Ansonsten war mein Juni mit einer Sache gefüllt und das war die Uni. Im Juli schreibe ich dann meine zwei Klausuren, (leider) beides Linguistik Klausuren und ich muss eine Studienleistung abgeben, sowie zwei Tests schreiben. Ich bin mal gespannt, wie ich in der nächsten Zeit zum Lesen kommen werde. 

Statistik 

Gelesen: 7
Seitenzahl (insgesamt): 2651
Seitenzahl (am Tag): 88,3
Durchschnittliche Bewertung: 4,0
Angefangen: Dear Martin
Neuzugänge: 7
SuB (am Ende des Monats): 60 (Vormonat: 56)

Gelesen

1. Art Spiegelman - The Complete Maus
4 von 5 Eulen
Ich wollte diesen Graphic Novel schon sehr lange lesen und ich muss sagen, dass der Hype um diesen Graphic Novel gerechtfertigt ist. Ich hatte regelrecht Gänsehaut, während ich es gelesen habe und diese Geschichte berührt einen. Sie gibt einem einen ziemlich genauen Einblick darin, wie schlimm das Leben für Juden unter Hitler und den Nazis war. An manchen Stellen musste ich den Graphic Novel zur Seite legen, weil die Geschehnisse einfach so grausam waren. Diesen Graphic Novel sollten viel mehr Menschen lesen, denn er ist unfassbar wichtig. Besonders wenn man bedenkt, dass sich alles am Wiederholen ist. 

2. J.K. Rowling - Harry Potter and the Philosopher's Stone
5 von 5 Eulen
Muss ich dazu was sagen? Ich weiß gar nicht, wie oft ich Harry Potter schon gelesen habe. Dieses Mal war es das erste Mal als Hörbuch und es hat mir jeden Tag aufs neue meinen Weg zur Uni versüßt. Und ich muss sagen, dass ich Stephen Fry als Erzähler einfach nur genial finde!

3. Holly Bourne - Spinster Girls: Was ist schon normal?
4,5 von 5 Eulen
Das Buch war doch wohl mal ein riesiger Glückstreffer. Ich hab schon einiges von dem Buch gehört und das es echt gut sein sollte und ich kann dem ganzen einfach nur zustimmen. Das Buch ist von vorne bis hinten einfach nur gut und behandelt wirklich wichtige Themen. Lest dieses Buch! Ihr werdet es absolut nicht bereuen. 

4. Mona Kasten - Save You
3,5 von 5 Eulen
Für viele war die Fortsetzung weitaus besser als der Auftakt, aber für mich war es auf demselben Level. Für Unterhaltung weiß Mona Kasten zu sorgen, aber es hebt sich leider so gar nicht von anderen Büchern des Genres ab. Außerdem mochte ich das Ende nicht und fand es passte nicht zu der Geschichte. Nach all dem, was aufgebaut worden ist, hat mir das Ende das Buch leider ein wenig mies gemacht, aber ich bin dennoch neugierig auf den dritten Band. 

5. J.K. Rowling - Harry Potter and the Chamber of Secrets
5 von 5 Eulen
Und der nächste reread diesen Monat. Momentan hat es mir die Harry-Potter-Reihe als Hörbuch angetan und ich liebe es, mich in diese Welt fallen lassen zu können, wenn ich in der Bahn und im Bus sitze, wenn ich zur Uni muss oder wieder nach Hause. Der zweite Teil der Reihe hat mich, wie jedes Mal, wieder begeistern können und ich kann es kaum erwarten, meinen Lieblingsband als Nächstes zu hören. 

6. Tomi Adeyemi - Children of Blood and Bone: Goldener Zorn
2 von 5 Eulen
Leider ist das Buch mein Flop. Ich wollte es lieben, aber für mich hat zu vieles in diesem Buch nicht funktioniert, weswegen ich es nicht gemocht habe und ich werde diese Trilogie wohl auch nicht weiterlesen. Dennoch ist dieses Buch enorm wichtig, und auch wenn ich es nicht mochte, verdient es diese Aufmerksamkeit und die Autorin verdient ihren Erfolg. Ich bin aber weiterhin gespannt, was die Autorin noch so schreiben wird und bin neugierig auf ihre nächsten Projekte, die diesem (hoffentlich) folgen werden. 

7. Brian K. Vaughan & Fiona Staples - Saga Vol. 6
4 von 5 Eulen
Bei Volume 6 habe ich ein wenig gebraucht, bis ich wieder in die Geschichte gekommen bin, aber sobald ich wieder in der Geschichte drin war, ging es ab. Saga fasziniert mich jedes Mal wieder aufs Neue und ich bin immer noch froh, dass ich es nach all dem Hype endlich selber mit Graphic Novels probiert habe. Volume 6 habe ich wieder in kürzester Zeit gelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Nach dem Ende muss ich auch unbedingt ganz bald Volume 7 und 8 lesen! Ich muss wissen, wie es mit all den Charakteren weitergeht! 

Monatshighlight

(ich kann mich einfach nicht nur für ein Highlight entscheiden)

Enttäuschung des Monats





2 Eulen

[Rezension] Tomi Adeyemi - Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

12:49

Goldener Zorn | Tomi Adeyemi | Fischer FJB | 624 Seiten | E-Book | 14,99 €

Inhalt

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …

Zitate

"So oder so wird sich ihr Licht in Orïsha verbreiten. Eines Tages mag dann vielleicht die klaffende Wunde heilen, die sie in meinem Herzen hinterlassen hat." 

"Das sind Vaters Worte, Inan. Seine Entscheidung. Nicht deine. Wir sind eigenständige Menschen. Wie treffen unsere Entscheidungen selbst."

Meine Meinung

Bevor ich mit meiner eigenen Meinung beginne, möchte ich mich herzlichst beim Fischer FJB-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanken.

Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll. Um dieses Buch herrscht ein so großer Hype und gefühlt jeder scheint es zu lieben. Ich wollte es ebenso lieben, weil das Buch und dessen Diversität so wichtig sind. Leider entpuppte sich das Buch für mich aber als Enttäuschung. 

Leider gab es nicht viele Sachen, die ich an dem Buch so wirklich gemocht habe. Da es ein High Fantasy Roman ist, der einen solchen Hype um sich hat, habe ich einen tollen Weltenbau erwartet, tolle Charaktere und eine geniale Handlung.
Den Weltenbau fand ich gar nicht mal so schlecht und an sich war die Welt, in der die Charaktere leben, auch sehr interessant. Was ich mir nur gewünscht hätte, ist, dass der Weltenbau komplexer ist. Das Buch ist mehr als 600 Seiten lang und da erwarte ich einen viel komplexeren Weltenbau als in einem Fantasy-Roman der nur 300 Seiten hat. Mir erschien der Weltenbau als recht einfach und wir haben keinen tieferen Einblick in die politische Ebene bekommen oder auch in die Vergangenheit. Es war alles noch sehr oberflächlich und mir nicht genug. 

Neben dem Weltenbau fand ich die Handlung im generellen zu einfach. Ich hatte das Gefühl, dass jedes Mal, wenn die Protagonisten auf ein Problem gestoßen sind, hatten sie innerhalb von Sekunden eine Idee, wie es nun weitergeht oder was gemacht werden muss. Und natürlich hat das auch jedes Mal wieder auf Anhieb funktioniert. Das hat die ganze Handlung sehr uninteressant und vorhersehbar werden lassen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass einige Dinge vielleicht nicht sofort funktioniert hätten und die Protagonisten mal richtig hätten nachdenken müssen oder mehrere Anläufe starten müssen.
Ich bin auch der Meinung, dass das eine Auswirkung auf das Tempo der Geschichte hatte. Und das Tempo fand ich...einfach nur katastrophal. Es gibt Momente, die sich wirklich sehr schnell lesen lassen, aber im nächsten Moment fing es einfach nur an sich zu ziehen, weil absolut nichts passiert ist und während denen ich beinahe eingeschlafen wäre. Leider gab es auch weitaus mehr Momente, die sich gezogen haben, als die, die sich schnell lesen lassen. Das Buch hätte gut und gerne 100 Seiten kürzer sein können und es hätte absolut nichts ausgemacht. 
Das Ende hat im Endeffekt auch nichts mehr rausreißen können. Bei dem muss man sagen, dass das Tempo ganz schön zugenommen hat, aber genauso viele Dinge, die keinen Sinn ergeben haben, waren darin enthalten. Das hat mich so frustriert und wären die Logikfehler nicht gewesen, wäre das Ende sicher mal gar nicht schlecht gewesen. 

Zuletzt wären da die Charaktere. Ich muss sagen, dass Zélie, Amari und Inan an sich recht vielschichtig waren, aber auch bei ihnen hatte ich zum Teil das Gefühl, dass manche ihrer Handlungen absolut keinen Sinn ergeben haben. Für mich passte einiges gar nicht zusammen und die Charaktere machen häufig 180 Grad Wendung, die nicht passend war. Kaum jemand ändert sich innerhalb von Sekunden so sehr. 
Während ich bei den drei Protagonisten noch das Gefühl hatte, dass sie vielschichtig waren, gab es da Tzain. Zu ihm kann ich nur ein Wort sagen. Flach. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was er sollte. Man hätte ihn super mit jemandem austauschen können oder sogar ganz weglassen können und es wäre kaum aufgefallen. 
Zusammenhängend mit den Charakteren muss ich noch einen letzten Punkt erwähnen und das ist die Insta-Love. Aus irgendeinem Grund, der sich mir nicht erschließt, waren die Protagonisten auf einmal Hals über Kopf ineinander verliebt, ohne, dass irgendwas passiert ist oder sie sich richtig kennenlernen konnten. Da war absolut keine Chemie und zu keinem Zeitpunkt sind irgendwann mal die Funken am Sprühen gewesen. Ohne den ganzen Liebeskram hätte mir das Buch wohl auch ein wenig besser gefallen, denn so fühlte es sich an, als wäre die Romanze nur als Plot Device gewählt worden, weil es so am einfachsten war, die Handlung voranzubringen. 

Fazit

Ich wollte dieses Buch lieben, aber leider war es für mich persönlich eine Enttäuschung. Dennoch ist das Buch extrem wichtig und man kann es kaum toppen, was die Diversität angeht. Ich hätte es gerne eine höhere Bewertung gegeben, aber es sind leider zu viele Punkte, die mich gestört haben und weswegen ich das Buch nicht genossen habe. 
Wer aber dennoch neugierig auf das Buch ist, sollte es sich dennoch nicht entgehen lassen, denn es wird nicht ohne Grund so gehypt. 



3 1/2 Eulen

[Rezension] Mona Kasten - Save You

10:27

Save You  | Mona Kasten | LYX Verlag | 384 Seiten | Paperback | 12,90 €

Inhalt

Ruby ist am Boden zerstört. Noch nie hatte sie für jemanden so tiefe Gefühle wie für James. Und noch nie wurde sie so verletzt. Sie wünscht sich ihr altes Leben zurück ― als sie auf dem Maxton Hall College niemand kannte und sie kein Teil der elitären und verdorbenen Welt ihrer Mitschüler war. Doch sie kann James nicht vergessen. Vor allem nicht, als dieser alles daransetzt, sie zurückzugewinnen …

Zitate

"Du kannst deine Gefühle nicht von seinen abhängig machen, nur weil er gerade eine schlimme Situation durchmacht. Er hat sich wie ein Arschloch verhalten, und ich finde, dass du ihm das auch ruhig sagen kannst." (S. 69)

"Im vergangen Jahr habe ich mich zum ersten Mal verliebt - und mir wurde auf mieseste Weise das Herz gebrochen. Diese Sache lässt sich nicht einfach so wegwischen. Ich werde noch eine ganze Weile brauchen, bis ich das verarbeitet habe. Denn Liebeskummer verschwindet nicht, nur weil man ein neues Jahr eingeläutet hat." (S. 101)

Meine Meinung

Bevor ich mit meiner eigenen Meinung beginne, möchte ich mich herzlichst beim LYX-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bedanken.

Der erste Teil der Maxton Hall Reihe konnte mich ja eher mäßig überzeugen. Es war nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Nach dem Ende wusste ich aber, dass ich den zweiten Band unbedingt lesen muss, um zu erfahren, wie es weitergehen wird, auch wenn ich nicht der größte Fan vom Ende war. 
Nachdem ich die ersten Stimmen zu dem Buch gehört habe, sind meine Erwartungen enorm gestiegen, denn für viele war das Buch besser als der erste Band. Leider musste ich schnell feststellen, dass ich das Buch nicht unbedingt besser fand. 

Da es noch nicht allzu lange her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, fiel mir der Einstieg sehr leicht und auch die Charaktere waren mir allesamt noch sehr präsent im Kopf. Zu Anfang gab es auch eine tolle Überraschung, denn die Geschichte wird nicht mehr nur aus Rubys oder James' Perspektive erzählt, sondern nun auch aus Lydias und Embers Perspektive. Ich muss gestehen, dass ich das ja wohl mit am besten fand, denn beide mochte ich schon aus dem ersten Buch. Gerade Lydias Perspektive hat mich interessiert, genauso wie ihr Handlungsstrang. Im Laufe der Handlung musste ich aber feststellen, dass Lydia sehr kurz kommt, dabei war ihr Handlungsstrang eigentlich der interessanteste und ich habe nur darauf gewartet, dass eine bestimmte Sache passiert. Jetzt heißt es aber hoffen, dass diese Sache im Abschlussband vorkommt. 

Wie gerade erwähnt, hat mich der Handlungsstrang von Lydia am meisten interessiert. Das bedeutet aber nicht, dass ich den von Ruby und James uninteressant fand. Er war halt aber leider...nichts besonderes. Es war halt wieder das ständige Hin und Her, wie man es aus anderen New Adult Büchern kennt. Wobei das auch nicht ganz richtig ist. Ruby ist sehr standhaft geblieben und ist nicht sofort zu James zurück gekrochen, aber dennoch hat es sich etwas gezogen, einfach, weil die beiden nicht miteinander gesprochen haben.Vom Ende des Buches möchte ich gar nicht erst anfangen. Es ist wieder ein sehr fieses Ende und ich frage mich, ob das wirklich so hätte sein müssen. Besonders eine Sache hat für mich kein Sinn ergeben, nämlich die Reaktion einer gewissen Person. Wer das Buch schon gelesen hat, weiß vielleicht auch, wessen Reaktion ich meine, aber da ich meine Rezension spoilerfrei halten möchte, nenne ich lieber keine Namen. 

Von den Charakteren kann ich jetzt nicht unbedingt sagen, dass sie eine große Entwicklung durchgegangen sind. Klar haben sich Ruby, James und auch Lydia nach allem, was passiert ist, entwickelt, aber ich konnte keinen allzu großen Unterschied zum Ende des Buches feststellen. Was mir aber auffiel, ist, dass wir ein wenig mehr hinter James Fassade blicken konnten, gerade, wenn es darum ging Ruby zurückzubekommen und ich habe so im Gefühl, dass er im letzten Band der Trilogie sein Leben endlich selber in die Hand nehmen wird. Wenn nicht, bin ich enttäuscht. 
Generell hatte ich das Gefühl, dass die Nebencharaktere auch ein wenig mehr in den Vordergrund gerückt sind und ich hatte bei vielen von ihnen das Gefühl, sie endlich besser kennenzulernen und das sie an Tiefe gewonnen habe. Ich hoffe, dass sich das im letzten Band fortsetzt. 

Fazit

Save You ist meiner Meinung nach nicht unbedingt besser als sein Vorgänger. Es ist eher auf demselben Level und unterhaltet genauso viel. Leider war das Ende wieder nicht ganz so meins, aber ich bin mir sicher, dass ich Save Us auch noch lesen werde, weil ich einfach wissen möchte, wie die Geschichte um Ruby und James endet. Und weil ich unbedingt wissen will, wie es bei Lydia weitergeht!